Lyrik

Liebeslyrik

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© Ulrike Bärsch

Musik und Sterne

 

Wir trafen uns
im Keplerhaus am Brunnen
jenseits der Zeit

In jenen Sphären
des Drachens, der Andromeda
des Kleinen und des Großen Bären

In denen fühlbar
und doch unergründlich
des Universums Botschaft tönt

Dort haben wir
einander uns befreit
und ausgesöhnt

Mit jenem höheren Gesetz
das ruht in der Musik
und auch den Sternen

Und in den spät 
erweckten Herzen
von uns beiden schweigt

Jenseits

Und wieder will ich
deinem Arm entgleiten
auf meinem dunklen Flug
zu Ewigkeiten hin

Zu Orten, wo ich nur
dem unstillbaren Wind
des großen Seelenbalgs
des Universums hörig bin

Dort herrscht
unendlich tiefes Schweigen
und jegliche Verfehlung, Trauer:
vergessen und verziehen

Disharmonie

Über allen Wipfeln flaut
Abendluft neblig
Schweigen und Ruh

Im Herzen
kauerst 
lauerst Du

Dazu: 
Wolken von Düften
geborstener Geigensaiten

Und Schwaden 
über erkalteten Schornsteinen 
geballte Fäuste aus Rauch

Nacht

Ein schwarzgraues Linnen
wölbt sie sich über der Erde

Deine vor mir ausgebreitete
schweigend wartende Seele

Ich wache die Nacht, lesend
im Wolkengeäder ihre Gedanken

Verzicht

So sehr liebe ich dich
dass ich dir die Freiheit
selbst wiedergegeben würde

Doch littest du
unter meinem Verzicht

Ich versagte
sie dir

Sind wir nicht alle manchmal Ungeliebte,
die leeren Auges abends aus dem Fenster starren
und sich trösten mit dem Säuseln des Windes
über ein nicht vernommenes, fühlendes Wort?

Und wollen dennoch nicht Beistand wissen,
denen, die darben in Einsamkeit und Not?